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Kampen hatte seine Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert mit dem Händel und der Schiffahrt. Die IJssel war ein wichtiger Fahrweg, aber auch die Kogge spielte eine wichtige Rolle. Kampen entwickelte sich dadurch zu einer mächtigen Handelsstadt.

Die IJssel und die Beziehung die Kampen zum Wasser hat, geben Kampen noch nimmer sein Stadtbild. So kann man sich zum Beispiel eine Rekonstruktion eines Koggeschiffes im ’Oude Buitenhaven’ in der Nähe der Koggewerf ansehen und hat Kampen mit der Realisierung des Zuiderzeehafens, die Absicht sich wieder zur wichtigsten Hafenstadt von Overijssel zu entwickeln.

Aufstieg einer mächtigen Stadt

Wann die Stadt Kampen genau gegründet worden ist, ist unklar. Der Name Kampen wird im Jahr 1227 in einer Abschrift einer Urkunde Bischof Ottos II. von Utrecht erwähnt, aber Kampen ist wahrscheinlich schon älter. Archäologische Forschungen haben gezeigt, dass es um 1175 schon Holzbebauung gegeben haben muss.

Kampen entwickelte sich gut. Im 12. Jahrhundert blühten der Handel und die Schiffahrt. Auf der ‘IJssel’, dem Verbindungsweg zwischen Rhein und ‘Zuiderzee’ gab es immer mehr Beschäftigung und infolge des wachsenden Wohlstandes von Kampen, liessen sich immer mehr Neulinge in Kampen nieder. Dadurch bekam die Siedlung schon bald einen städtischen Charakter. Auch der Bischof von Utrecht erkannte die Bedeutung der wachsenden Siedlung. Um 1230 erteilte er ihr das Stadtrecht.

Im 12. und 13. Jahrhundert kam die Wirtschaft zum Wachstum. Die Bevölkerung nahm noch immer zu und das Stadtgebiet erweiterte sich dauernd. Ab dem 13. Jahrhundert hat sich die Weiterentwicklung immer schneller durchgesetzt. Kampener Schiffer fuhren in das Ostseegebiet, an die deutsche Nordseeküste, nach Frankreich, England, Flandern, Holland und Zeeland. Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die Skandinavienfahrt. Dieser Weg führte die Schiffer über Dänemark nach Skandinavien und dem Ostseegebiet. Vor allem die Kogge spielte für Kampen eine wichtige Rolle. Dieser neue Typ eines Schiffes war seefähiger als die Schiffe die man bis dann benutzt hatte und konnte auch viel mehr Gewicht tragen, so dass das Schiff für Massentransport von zum Beispiel Getreide und Hering geeignet war.

Was war die Hanse?

In erster Linie war die Hanse ein Verband von Kaufleuten. Lübeck war das Zentrum der deutschen Hanse. Dadurch, dass Kaufleute aus allen Himmelsgegenden Beziehungen zur Stadt anknüpften, entstand ein Handelsnetz mit Lübeck als Mittelpunkt. Hieraus bildete sich im 12. und 13. Jahrhundert die Hanse. Es war das Ziel des Hanseverbandes die Handelsinteressen der Teilnehmer zu wahren. So hatten die Kaufleute Rechtsschutz und Handelsprivilegien die in den verschiedenen Ländern den Mitgliedern des Verbandes erteilt wurden. Auf lange Sicht entwickelte die Organisation der Kaufleute sich zu einer Organisation von Städten. Wenn eine Stadt die Rechte hatte die von der ganzen Hanse erworben worden waren, dann durfte sie sich Hansestadt nennen.

Ende der Glanzzeit

Waldemar IV., der König von Dänemark, wollte im Jahr 1361 die Macht über das Ostseegebiet an sich reissen. Mit Zollerhebung und der Aufhebung von Privilegien versuchte er dies zu erreichen. Natürlich war die Hanse damit nicht einverstanden; sie erklärte Waldemar IV. den Krieg. Kampen nahm nicht an diesem Krieg teil; es erwarb sogar eine Vorzugsstellung bei dem Handel mit Dänemark! Nur eine sehr mächtige Stadt konnte sich ein derartiges Benehmen erlauben. Jedoch, etwa ein Jahrhundert später, nahm der Wohlstand von Kampen wegen der Versandung der IJssel ab. Kampen reichte 1440 einen Antrag zur Wiederaufnahme in die Hanse ein. Im Jahr 1441 wurde Kampen als Hansestadt anerkannt.

Hansestadt Kampen heute 

Im 17. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Hanse ab. Kampen hatte seine Lage als eine der wichtigsten Handelsstädte schon längst verloren. Das Ende der Hanse als Handelsverband war da. Trotzdem ist die Hanse nicht nur in der Vergangenheit der Kampener Einwohner lebendig. Die gemütliche Innenstadt erinnert uns noch an die blühenden Tage der Hansezeit. Es gibt einen Hanse-Stadtbummel der Ihnen die schönsten Sehenswürdigkeiten zeigt und die Hansetage, die jährlich veranstaltet werden, halten auch heutzutage die Hanse lebendig. Die Hanse Vergangenheit? Auf keinen Fall!

Historische Innenstadt
Ein grosser Teil der schönen Innenstadt von Kampen ist während der wirtschaftlichen Blütezeit gebaut worden. Mehrere alte Gebäude finden ihren Ursprung in dieser Zeit, wie zum Beispiel das Alte Rathaus, die ’Bovenkerk’ und die ’Buitenkerk’ aus dem 14. Jahrhundert. Enge Gassen führen von der ’Oudestraat’ in die verschiedenen Parallelstrassen des Zentrums und zur IJssel. Achten Sie in diesen Gassen auch auf die Bogen zwischen den Häusern. Davon gibt es in Kampen mehrere; sowohl Stein- als auch Holzbogen. Diese Bogen müssen die Mauern verstärken. In der ’Houtzagerssteeg’ können Sie noch einen alten steinernen Abfluss sehen. Dieser  Abfluss führte das Abwasser aus dem Haus in den Abwasserkanal. Viel jünger, aber bestimmt der Mühe wert, sind die Fresken mit sichtbaren Einflüssen des Jugendstils und ’De Stijl’. Die meisten Fresken sind aus der Zeit vor 1930 und werden auch ’Fresken des kleinen Mittelstandes’ genannt.

Internationale Hansetage
Im Rahmen der Hanse werden auch jedes Jahr die Internationalen Hansetage der Neuzeit veranstaltet. Der Ausgangspunkt dieser Tage ist vier Tage voll Kultur, Tourismus und Wirtschaft für die Delegationen aus Brugge bis Litauen! Der Gastgeber organisiert ein Angebot von Aktivitäten, bei dem auch jedes Jahr ein Hansemarkt mit dabei ist. Auf diesem Markt zeigt jede Stadt ihre eigene kennzeichnende Kultur. Auch Kampen ist jedes Jahr bei den Hansetagen anwesend.

Die Kampener Kogge
Die Kampener Kogge ist eine Rekonstruktion einer Hansekogge aus dem 14. Jahrhundert. Jenen Jahren war der europäische Handel im Aufstieg und die Kogge war damals ein wichtiges Zwischenglied. Mit einer Länge von 15 bis 30 Metern, konnte die Kogge über eine weite Distanz überseeisch ziemlich grosse Ladungen transportieren. Dies sorgte für eine grosse Blütezeit der Stadt. Kampen war damals grösser und wichtiger als Amsterdam!Die Kampener Kogge ist im Rahmen des europäischen Sozialfonds gebaut worden mit der Absicht ein Lehr- und Arbeitsprojekt für Jugendliche zu fördern. Das Niederländische Institut für Schiffs- und Unterwasserarchäologie (NISA) machte anhand des Schiffswracks OZ 36 eine Rekonstruktion im Massstab 1:10. Dieses massstabgerechte Modell war die Basis beim Bau der Kampener Kogge. Heutzutage kann man sich die Kampener Kogge im ‘Oude Buitenhaven’ bei der Koggewerft ansehen.

Das Alte Rathaus
Das Alte Rathaus ist um das 14. Jahrhundert gebaut worden. Im ältesten Teil dieses schönen Gebäudes befindet sich der Schöffensaal mit dem wunderschönen Kamin von Colijn de Nole. In diesem Saal wurde jahrhundertelang Recht gesprochen. Im Jahr 1543 wurde ein grosser Teil des Gebäudes durch Brand zerstört. Aus den Trümmern erhob sich in den folgenden Jahren wieder ein schönes neues Rathaus mit dem Interieur des Schöffensaals wie wir das heutzutage noch kennen.

Das Gotische Haus
Auf Nummer 158 der ’Oudestraat’ finden wir das Gotische Haus. Es wurde um 1500 gebaut und ist eines der ältesten Häuser von Kampen die noch bewahrt geblieben sind. Obwohl es die Ställe jetzt nicht mehr gibt, steht noch immer eine alte Rossmühle hinter dem Haus. Diese ist nach wie vor in Betrieb; ab und zu wird hier Buchweizen gemahlen. Die Rossmühle im Gotischen Haus ist eine der wenigen Rossmühlen in den Niederlanden.

Kirchen
Kampen ist eine Stadt mit sehr vielen schönen Kirchen. Die ’Bovenkerk’ und die ’Buitenkerk’ sind zwei gute Beispiele; sie wurden beide im Jahr 1369 von Rutger van Keulen gebaut. Auch die ’Broederkerk’ ist Ihren Besuch wert; es ist eine Kirche die einst zum Kloster der Franziskaner- oder Minderbrüder gehörte.

Der Neue Turm
Im Jahr 1649 fing man mit den Fundamenten des Neuen Turms an. Jahre später, im Jahr 1662 baute Philip Vingbooms den heutigen achteckigen Glockenturm. Der berühmte Glockengiesser François Hemony aus Amsterdam lieferte 27 neugegossene Glocken für das Glockenspiel, in das auch fünf alte Glocken aufgenommen wurden. Vier davon sind von Geert van Wou, der damals ein berühmter Glockengiesser war. Im Jahr 1940 wurde das Glockenspiel um sieben kleine Glocken erweitert und im 1993 wurden auch die beiden noch fehlenden tiefen Glocken hinzugefügt. Das Glockenspiel von Kampen wird wöchentlich von einem städtischen Glockenspieler gespielt. Besucher können den neuen Turm besteigen. Dies ist bestimmt ein Tip: die Aussicht oben ist atemberaubend!

Stadttore und Stadtmauern
Damit man sich verteidigen konnte hatte Kampen früher mehrere Stadttore. Drei sind erhalten geblieben und kann man besichtigen:- das Tor ‘Broederpoort’ wird heutzutage als Trauungssaal benutzt;- das Tor ‘Cellesbroederpoort’ ist für das Publikum nicht zugänglich;- und das Tor ‘Koornmarktspoort’, das heutzutage als Ausstellungsraum im Gebrauch istAn mehreren Stellen in der Stadt sind auch noch Teile der Stadtmauer sichtbar. Die Stadtmauer am IJsselkai entlang dient heutzutage als Wehr. Bei sehr hohem Wasser können in den Gassen, die parallel zum IJsselkai laufen, Verschläge hochgebracht werden, dort wo einst die Stadtmauer stand.

Kampener Tabakmuseum
Am Botermarkt befindet sich in der ehemaligen Zigarrenfabrik von Samuels und De Leeuw das Kampener Tabakmuseum. Hier sind unter anderem eine Zigarre von 2,75 Metern, eine Dauerausstellung von Werkzeugen und Attributen aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, als Kampen als Zigarrenstadt sein Geld verdiente, zu besichtigen.

Museum der städtischen Bauernhof und Hof 29
An der ’Groenestraat’ kann man sich in einem ehemaligen städtischen Bauernhof noch ansehen wie Bauernfamilien damals mit ihrem Vieh mitten in der Stadt gearbeitet, gewohnt und gelebt haben. Im Winter wurden die Kühe über den ‘Kuhgang’ in die Ställe hinter dem Haus geführt und im Sommer gingen sie über denselben Weg wieder in die Weiden ausserhalb der Stadt. Auf dem ’Kampereiland’ ist ab Sommer 2006 auch Hof 29 zu besichtigen. In diesem Museumsbauernhof können Sie sehen wie die Bauernfamilien auf dem ’Kampereiland’ lebten und arbeiteten.

Im städtischen Archiv von Kampen und dem Frans Walkate Archiv gibt es viele historische Informationen, alte Karten, Stadtpläne, Zeichnungen und Bilder von Kampen und seinen Einwohnern. Beide Archive sind auch für Besucher, während der Öffnungszeiten, zugänglich.

Weitere Information?

Für weitere Information können Sie die Website von Fremden Verkehr Verein Kampen besuchen.

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